Königsdorf hat
zusammen mit dem Ortsteil Schönrain 2.930 Einwohner. Der Ortskern
hat mit seinen schönen alten Gehöften den Charakter eines
typisch altbayerischen Dorfes bewahrt.
Da die ersten urkundlichen Erwähnungen von 778 stammen
und die Spuren früherer Siedlungen fehlen, kann man annehmen, dass
die Ortschaft während der bajuwarischen Einwanderung entstand. Der
geschichtliche Ursprung des Ortsnamens ist umstritten, er geht
vermutlich auf einen romanischen Personennamen "Comicius" zurück.
Die Herkunft des Namens wird auch durch das Adelsgeschlecht
erhärtet, das hier bis ins 13. Jahrhundert hinein ansässig
war und den Namen "Nobiles de Chumizdorf" trug.
Im 14. Jahrhundert, nach Aussterben des Ortsadels,
übernahm das Geschlecht der Höhenkircher die Hofmark
Königsdorf und verkaufte diese während des
Dreißigjährigen Krieges an das Kloster Benediktbeuern.
Königsdorf war Urpfarrei für 11 Filialen, man kann
sagen, für das ganze Tölzer Gebiet. Zwei der ältesten
Glocken des bayerischen Oberlandes von 1402 und 1652 hängen noch
heute im Königsdorfer Kirchturm. Die Hauptstraße, die durchs
Dorf führt, war schon in sehr früher Zeit Pilgerweg nach Rom.
Der Weg wurde später viel benutzt, so z.B. durch die "Taxis'sche
reitende Post" im 17. Jahrhundert und durch berühmte
Einzelpersonen wie Johann Wolfgang von Goethe, der 1786 auf seiner
Italienreise hier durchkam.
Aber die günstige Straßenlage brachte auch viele
Nachteile: In den Kriegen - vom Dreißigjährigen Krieg bis in
die Neuzeit hinein - marschierten fremde Truppen durch den Ort,
schlugen ihre Lager auf oder nahmen Quartier. Dass sie dabei mit den
Bewohnern des Ortes und deren Vorräten, Vieh usw. nicht sehr
schonend umgingen, dürfte wohl jedem klar sein.
Trotz dieser unglücklichen Begebenheiten hat die Gemeinde
es immer wieder verstanden, ihre Ortschaft zu erhalten und auszubauen,
wie es die großflächigen Siedlungsgebiete, die nach dem
zweiten Weltkrieg angelegt wurden, beweisen.
Zu den Pluspunkten der heutigen Dorfgemeinschaft zählt
ein reges Vereinsleben, das insbesondere durch die
Gebirgschützen-Kompanie, die Musikkapelle und den Trachtenverein
sichtbaren Ausdruck findet. Für Badevergnügen sorgen im
Gemeindegebiet der Bibisee und ein benachbarter kleiner Badesee. Der
Campingplatz Königsdorf-Wiesen ist für Sommer- und
Winterbetrieb bestens eingerichtet, und eigens für Kinder und
Jugendliche gibt es die "Jugendsiedlung Hochland". Der Segelflugplatz
in Wiesen, ein Tennisplatz und Eisstockbahnen runden das
Freizeitangebot ab.